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24.09.2016 18:42 Uhr
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Energie-BKK, das allerletzte?!

Ich möchte mich hier für ein äl­te­res Ehe­paar ein­set­zen, das von der ener­gie-BKK, aus mei­ner Sicht, nicht op­ti­mal mit Hilfs­mit­teln ver­sorgt wird.

Ich nenne sie Olga und Gün­ter.

Olga ist schwer krank. Eine Her­z­ope­ra­tion vor 10 Jah­ren mit By­päs­sen hat ihr schon viel Le­bens­qua­lität ge­nom­men. Dann 2014 ein Lun­genkar­zi­nom, ope­riert im No­vem­ber des­sel­ben Jah­res. Da­nach eine Che­mo­the­ra­pie in Ta­blet­ten­form. Diese musste we­gen Nie­ren­ver­sa­gen ab­ge­bro­chen wer­den. Sechs Wo­chen später der zweite Ver­such, eben­falls wurde die The­ra­pie we­gen schlech­ten Nie­ren­wer­ten ab­ge­bro­chen. Im April 2016 die erste Che­mo­the­ra­pie in­tra­venös, nach ei­ner Wo­che hatte Olga einen Schlag­an­fall er­lit­ten. Die Folge war, ein Kran­ken­haus­auf­ent­halt, eine Wo­che Pflege zu Hau­se, und eine vier­wöchige Reha in ei­ner Kur­kli­nik. Im Juni 2016 eine er­neute Che­mo­the­ra­pie, die fast in ei­ner Ka­ta­stro­phe für die Fa­mi­lie en­de­te. Olga wurde mit ei­nem Ret­tungs­wa­gen mit Ver­dacht auf Or­gan­ver­sa­gen in die Kli­nik ge­bracht. Drei Wo­chen sta­tionäre Be­hand­lung im Kran­ken­haus war die Höl­le. Iso­lier­sta­tion, Blut­trans­fußio­nen, künst­li­che Ernährung us­w.

­Zwi­schen­zeit­lich hat Gün­ter einen Roll­stuhl ver­ord­net be­kom­men und er­hal­ten. Die­ser war klein und mit Bremse an den Schie­be­grif­fen für eine Be­gleit­per­son und er hatte eine klapp­bare Rü­cken­leh­ne. Die­sen Roll­stuhl konnte Gün­ter nun ohne Pro­bleme hoch­kant in sein klei­nes neues Auto stel­len. End­lich ein we­nig Frei­heit und Na­tur ge­nießen, gut für die Seele und für Olga und Gün­ter.

Nach drei Wo­chen be­gann für beide die Ka­ta­stro­phe.

­Die­ser sehr prak­ti­sche und wen­dige Roll­stuhl wurde von der ener­gie - BKK aus­ge­tauscht und ge­gen einen eben­falls klapp­ba­ren Roll­stuhl aus­ge­tauscht. Die­ser ist brei­ter und schwe­rer, hat keine Bremse für eine Be­gleit­per­son und Gün­ter muss zum Trans­port die Fußstüt­zen ent­fer­nen und die Rä­der de­mon­tie­ren. Al­leine am Diens­tag 13.09.2016 hat­ten Olga und Gün­ter 6 Sta­tio­nen auf un­se­rem Ta­ges­plan, Arzt, Apo­the­ke, Ein­kau­fen, Ur­en­kel be­su­chen, bum­meln durch die Stadt, Spa­zier­gang am Stein­hu­der Meer. Je­des Mal das glei­che Pro­ze­de­re: Roll­stuhl aus dem Kof­fer­raum neh­men, Rä­der an­ste­cken, Fußstüt­zen mon­tie­ren, seine Olga ein­la­den und wenn dann noch geht, ein we­nig ab­span­nen. Das ist nur bei tro­ckenem Wet­ter mög­lich. Ohne Bremse an den Hal­te­grif­fen kann Gün­ter die Holz­brü­cken an der Ufer­pro­me­nade nicht pas­sie­ren. Gün­ter kann den be­la­de­nen Roll­stuhl nicht auf der Ge­fäl­le­seite hal­ten, Rutsch­ge­fahr, ver­bun­den mit ei­nem Sturz bei­der.

Gün­ter hat für Olga per Re­zept einen neuen ver­än­der­ten Roll­stuhl be­an­tragt, weil sich das Lauf­ver­hal­ten sei­ner Frau Olga er­heb­lich ver­schlech­tert hat, die­ser wurde von der ener­gie-BKK ab­ge­lehnt. Olga geht es täg­lich schlech­ter, war wie­der im Kran­ken­haus. Eine neue Dia­gno­se: Tu­mor am Klein­hirn. Die­ser wird z. Z. mit ei­ner Strah­len­the­ra­pie be­han­delt und beide wer­den mit ei­nem un­prak­ti­schen Roll­stuhl hin­ge­hal­ten. Bei ei­nem per­sön­li­chen Ge­spräch mit ei­nem Mit­ar­bei­ter, der ener­gie-BKK hieß es, es bleibt so, wie es ist, auch einen Brief an den Vor­stand, der ener­gie-BKK brachte kei­nen Er­fol­g.

Gün­ter ist 73 Jahre alt, und auch nicht im­mer Top drauf. Seine Frau Olga hat eine Pfle­ge­stufe und wird ü­ber­wie­gend von Gün­ter ver­sorgt, natür­lich hel­fen auch die Kin­der. Ein­kau­fen fah­ren sie noch ge­mein­sam und sie ge­hen gern am Stein­hu­der Meer spa­zie­ren.

Wie lange wohl noch?

Eine An­mer­kung noch von mir. Natür­lich sind der ener­gie-BKK viel­leicht Gren­zen ge­setzt, die bei Hilfs­mit­tel grei­fen, aber einen ge­wis­sen Spiel­raum hat man wohl schon, zu­mal neue Ver­ord­nung ei­nes Fach­arz­tes nicht igno­riert wer­den dürf­ten.

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Leserreporter: Helmut Metzner
Rubrik: herzergreifend
Schlagworte: Hilfsmittel, Krankenkasse, Rollstuhl


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1 Leserkommentar
08.01.2017 10:25 Uhr
schlechtWertung: +/- 0gut
Kommentar von Helmut Metzner:
Lei­der hat die Kran­ken­kasse viel zu spät rea­giert. Olga ist am 15.11.2016 in den Ar­men von Gün­ter und im Bei­sein der gan­zen Fa­mi­lie ru­hig ein­ge­schla­fen.